Preisspannen in Berlin 2026
Berlin ist ein besonders unübersichtlicher Markt, weil hier Freelancer, Boutique-Agenturen und große Digitalagenturen dieselbe Leistung anbieten – zu Preisen, die um den Faktor zwanzig auseinanderliegen. Diese Tabelle bildet ab, was 2026 tatsächlich am Markt verlangt wird:
| Umfang | Typisch für | Preis |
|---|---|---|
| Baukasten in Eigenarbeit | Wix, Jimdo, IONOS – du machst alles selbst | 0–300 € |
| Onepager (1 Seite) | Selbstständige, Coaches, Handwerk | 1.500–3.000 € |
| Unternehmenswebsite (4–8 Seiten) | Kanzleien, Praxen, Agenturen, Gastro | 3.500–8.000 € |
| Website mit Strategie & Texten | Firmen, für die die Website Vertrieb ist | 8.000–15.000 € |
| Onlineshop | Shopify oder WooCommerce, kleiner Händler | 6.000–15.000 € |
| Große Digitalagentur | Konzern, Multi-Sprach, eigene Systeme | ab 20.000 € |
Wenn du in Berlin Angebote über 999 €, 1.700 € und 6.500 € für „dasselbe“ auf dem Tisch hast, vergleichst du in Wahrheit drei verschiedene Produkte. Der Rest dieses Artikels erklärt, welche.
Kleine Anmerkung zum Sprachgebrauch: Viele Unternehmerinnen und Unternehmer suchen nach „Was kostet eine Homepage“, Agenturen sagen „Website“. Gemeint ist dasselbe – alle Preise in diesem Artikel gelten für beides.
Was monatlich dazukommt
Fast jede Kostenrechnung, die schiefgeht, geht an dieser Stelle schief. Die einmalige Erstellung ist verhandelbar – die laufenden Kosten sind es nicht. Plane realistisch:
| Position | Was passiert ohne | Pro Monat |
|---|---|---|
| Domain | Adresse fällt aus dem Netz | 1–3 € |
| Hosting | Seite ist offline | 5–30 € |
| SSL-Zertifikat | Browser-Warnung, Vertrauensverlust | 0–10 € |
| Plugin- & Theme-Lizenzen | Funktionen brechen bei Updates | 0–40 € |
| Wartung, Updates, Backups | Sicherheitslücken, im Ernstfall Datenverlust | 30–150 € |
Eine WordPress-Website ohne Wartung ist nach etwa zwölf Monaten ein Sicherheitsrisiko. Das ist keine Verkaufsmasche von Agenturen, sondern eine Folge davon, wie WordPress-Plugins funktionieren. Wenn ein Angebot Wartung nicht erwähnt, frag danach – nicht weil es teurer werden soll, sondern damit du weißt, wer sie macht.
Fünf Faktoren, die den Preis wirklich treiben
1. Individuelles Design statt Vorlage
Der größte einzelne Kostenblock. Eine gekaufte Vorlage anzupassen dauert Tage, ein eigenes Design zu entwerfen dauert Wochen. Beides kann richtig sein. Die Frage ist nur, ob im Angebot „individuelles Design“ steht, obwohl eine Vorlage geliefert wird – das kommt häufiger vor, als es sollte.
2. Strategie und Texte
Der Punkt, an dem günstige Angebote fast immer sparen: Du bekommst ein Design und ein leeres Textfeld. Wer schon einmal versucht hat, die eigene Startseite zu texten, kennt die Folge – das Projekt liegt monatelang beim Kunden. Rechne mit 800–2.500 €, wenn Positionierung und Texte mitgeliefert werden.
3. Anzahl der Seiten und Layouts
Nicht die Seitenzahl treibt den Preis, sondern die Zahl unterschiedlicher Layouts. Zwölf Unterseiten im gleichen Aufbau kosten kaum mehr als drei. Vier Seiten mit vier völlig verschiedenen Aufbauten kosten deutlich mehr.
4. Funktionen
Kontaktformular, Newsletter-Anbindung, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Kundenlogin, Shop – jede Funktion ist ein eigenes kleines Projekt mit eigenem Test- und Wartungsaufwand. Mehrsprachigkeit verdoppelt in der Praxis nicht die Kosten, erhöht sie aber um 40–60 %.
5. SEO von Anfang an
Technisches SEO nachträglich einzubauen kostet ungefähr das Dreifache davon, es beim Bau richtig zu machen. Seitenstruktur, Ladezeit, saubere Überschriften und Meta-Daten gehören in jedes Angebot – wenn sie fehlen, ist das kein günstigeres Angebot, sondern ein unvollständiges.
Baukasten oder Agentur?
Die ehrliche Rechnung über drei Jahre, weil das ungefähr die Lebensdauer einer Website ist:
| Weg | Kosten über 3 Jahre | Dein Zeitaufwand |
|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 900–1.600 € | 40–80 Stunden |
| Freelancer | 2.500–5.000 € | 10–20 Stunden |
| Boutique-Agentur | 5.000–10.000 € | 5–10 Stunden |
Ein Baukasten ist die richtige Wahl, wenn die Website eine digitale Visitenkarte sein soll und dein Geschäft über Empfehlungen läuft. Er wird zum Problem, sobald die Website Anfragen bringen soll: Bei Ladezeit, Seitenstruktur und technischem SEO stößt du an eine Decke, die du von innen nicht durchbrichst. Und die Seite gehört dir nicht – ein Umzug bedeutet Neubau.
Die günstige Website, die am teuersten wird
Das häufigste Muster, das uns in Erstgesprächen begegnet, sieht so aus: 900 € für eine Website, die nach acht Monaten niemand findet, die niemand pflegen kann, weil der Zugang beim Dienstleister liegt, und die dann für 4.000 € neu gebaut wird. Gesamtkosten: 4.900 € plus ein verlorenes Jahr Sichtbarkeit.
Das ist kein Argument für teuer. Es ist ein Argument dafür, vor der Unterschrift zu klären, was du bekommst.
Sieben Fragen vor der Unterschrift
Stell diese Fragen jedem Anbieter – auch uns. Die Antworten sagen mehr über ein Angebot als der Preis:
- Gehört mir die Website nach dem Projekt vollständig? Inklusive Domain, Hosting-Zugang und Quelldateien.
- Ist es ein individuelles Design oder eine angepasste Vorlage? Beides ist okay – es muss nur im Angebot stehen.
- Wer schreibt die Texte? Wenn du das machst, plane vier bis sechs Wochen ein.
- Was kostet es monatlich, und was passiert, wenn ich nicht zahle?
- Kann ich Inhalte selbst ändern – und bekomme ich eine Einweisung?
- Was passiert bei einem Hack oder Ausfall, und in welcher Zeit?
- Was genau ist an technischem SEO enthalten? „SEO-optimiert“ allein ist keine Angabe.
Was wir berechnen
Damit dieser Artikel nicht wohlfeil bleibt, hier unsere eigenen Preise. Wir sind eine Boutique-Agentur in Berlin und gehören nicht zu den Günstigsten:
Onepager
Eine Seite, die eine Sache richtig macht: aus Besuchern Anfragen. Inklusive Texten.
website
4–8 Seiten, individuelles Design, Strategie, Texte, technisches SEO.
plus Website
Logo, Identität und Website als ein Projekt statt als zwei Rechnungen.
Alle drei Pakete sind Festpreise. Was im Angebot steht, steht am Ende auf der Rechnung – Details dazu auf unserer Seite Website erstellen lassen in Berlin zum Festpreis.
Monatlich: 39–120 € für Hosting, Updates, Backups und kleine Änderungen. Kein Zwang – du kannst die Website auch mitnehmen und selbst hosten. Sie gehört dir.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website in Berlin im Durchschnitt?
Für kleine Unternehmen in Berlin liegen realistische Preise 2026 zwischen 1.500 € und 6.000 €. Ein einseitiger Onepager beginnt bei rund 1.500 €, eine mehrseitige Unternehmenswebsite mit eigenem Design liegt meist zwischen 3.500 € und 8.000 €. Angebote unter 800 € sind fast immer Baukasten-Vorlagen mit ausgetauschten Texten.
Was kostet eine Website monatlich?
Die laufenden Kosten werden fast immer unterschätzt. Rechne mit 5–20 € pro Monat für Domain und Hosting, 0–40 € für Plugin- und Theme-Lizenzen und 30–150 € für Wartung, Updates und Backups, falls du das nicht selbst machst. Ohne Wartung ist eine WordPress-Website nach etwa zwölf Monaten ein Sicherheitsrisiko.
Ist ein Baukasten wie Wix, Jimdo oder IONOS günstiger?
In den ersten zwölf Monaten ja. Danach kehrt sich das Verhältnis oft um: 25–45 € monatlich sind nach drei Jahren rund 1.100–1.600 € – ohne dass dir die Seite gehört oder umziehen kann. Für eine reine Visitenkarte ist ein Baukasten völlig in Ordnung. Sobald die Website Anfragen bringen soll, wird die technische Decke schnell zur Grenze.
Warum sind die Preisunterschiede so groß?
Weil „Website“ kein definiertes Produkt ist. Der Unterschied zwischen 900 € und 9.000 € liegt selten im Design, sondern in Strategie, Texten, technischem SEO und Betreuung. Beim günstigen Angebot lieferst du all das selbst – das ist legitim, sollte aber im Angebot stehen.
Was kostet eine Website mit Onlineshop?
Ein Shop ist ein anderes Projekt. In Berlin liegen ernsthafte Shopify- oder WooCommerce-Projekte für kleine Händler bei 6.000–15.000 €, weil Zahlungsanbieter, Versandlogik, Rechtstexte und Produktdatenpflege dazukommen.
Lohnt sich eine Agentur für ein kleines Unternehmen überhaupt?
Nur, wenn die Website etwas verdienen soll. Wenn du im Jahr fünf zusätzliche Aufträge à 2.000 € brauchst, um die Investition zu decken, ist die Frage keine Design- sondern eine Rechenfrage. Bringt deine Website heute null Anfragen, spart eine billigere Website nichts – sie kostet nur weniger.